Jugendfeuerwehren aus Altenberge und Ochtrup üben auf altem Spinnerei-Gelände...
Eine Woche lang zusammen auf engstem Raum wohnen, gemeinsam essen und schlafen und dabei täglich spannende, actionreiche Ausflüge erleben – für die Mitglieder der Jugendfeuerwehren aus Altenberge und Ochtrup ist das längst Routine. Seit über 25 Jahren fahren die beiden befreundeten Jugendfeuerwehren in den Herbstferien gemeinsam auf Ferienfreizeit.
Dass sie nicht nur dort Teamgeist und Kameradschaft leben, zeigte nun eine gemeinsame Übung am auf dem ehemaligen Spinnerei-Gelände in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Ochtrup am vergangenen Samstag. Ins Rollen gebracht wurde die Aktion von den Nachwuchsrettern selbst: Die Idee entstand bereits während der vergangenen Ferienfreizeit in der Lüneburger Heide und fand nun – unterstützt durch das Betreuerteam beider Feuerwehren – ihre praktische Umsetzung.
Eigentlich sollte die gemeinsame Übung der Nachwuchsretter um 11:00 Uhr mit einem Treffen am Gerätehaus Ochtrup beginnen. Doch wie es bei der Feuerwehr manchmal kommt, sorgte ein Realeinsatz am frühen Samstagmorgen dafür, dass der Zeitplan durcheinandergeriet. Für die Organisatoren kein Grund zur Sorge: In bewährter Feuerwehrmanier wurden die Einsatzfahrzeuge zügig wieder einsatzbereit gemacht, die im Einsatz gebundenen Ochtruper Betreuer nutzten die Zeit kurz, um Zuhause nach dem Rechten zu schauen, nachdem sie am Morgen von ihren Meldeempfängern aus dem Bett geworfen wurden – und so konnte die Übung schließlich gegen 12:00 Uhr starten.
Mit sechs Einsatzfahrzeugen und rund 25 Nachwuchskräften machten sich die beiden Jugendfeuerwehren gemeinsam mit ihren Betreuern auf den Weg zum Übungsobjekt am Bahnhof. Dort angekommen erwartete die Jugendlichen ein abwechslungsreicher Mix aus Aufgaben aus den Bereichen Brandschutz und Technische Hilfeleistung.
Doch was war genau passiert? Auf dem Gelände der alten Spinnerei, das heute als Lagerfläche für verschiedene örtliche Unternehmen genutzt wird, kam es infolge einer Verpuffung zu einem Brandausbruch in einer Lagerhalle. Mehrere Personen galten als vermisst. Eine von der Explosion überraschte Person geriet beim Anheben eines Containers unter diesen und wurde im Beinbereich schwer eingeklemmt. Zudem flüchtete eine verängstigte Person auf eine unter einem Abdach gelagerte Strohmiete und musste dort betreut und gerettet werden.

































Die Nachwuchskräfte aus Altenberge und Ochtrup wurden vor Ort durch den Einsatzleiter in mehrere Abschnitte eingeteilt. Während die Ochtruper Jugendlichen sowie ein Teil der Altenberger Gruppe über zwei verschiedene Zugänge zur Brandbekämpfung und Menschenrettung in die betroffene Lagerhalle vorgingen, wurden die übrigen Altenberger Nachwuchskräfte zur technischen Rettung der unter dem Container eingeklemmten Person eingesetzt.
Unter jugendgerecht-realistischen Bedingungen – ausgestattet mit nachgebauten Atemschutzgeräten, angepassten Atemanschlüssen sowie größtenteils abgeklebter Sichtscheibe – durchsuchten die eingesetzten Trupps die Lagerhalle strukturiert und konnten die vermissten Personen zügig finden und retten. Anschließend wurde von außen ein Löschangriff vorgenommen, um den angenommenen Brandausbruch zu bekämpfen.
Parallel zur Menschenrettung im Gebäude arbeiteten weitere Trupps an der technischen Hilfeleistung am Container. Mit hydraulischem Rettungsgerät und Unterbaumaterial gelang es den Jugendlichen, die eingeklemmte Person zeitnah zu befreien und dem fiktiven Behandlungsplatz zuzuführen. Auch die zuvor geflüchtete und verängstigte Person auf der Strohmiete konnte mithilfe einer vierteiligen Steckleiter sicher aus ihrer misslichen Lage gerettet werden.
Nach Abschluss der Übung und der anschließenden Aufräumarbeiten kehrten beide Jugendfeuerwehren gemeinsam zum Gerätehaus Ochtrup zurück, wo erfrischende Getränke und leckere Bratwürstchen auf alle Beteiligten warteten. Für die Kameradinnen und Kameraden der Jugendfeuerwehr Altenberge sowie ihr Betreuerteam ging es danach zügig weiter, denn bereits der nächste „Einsatz“ stand bevor: Der heilige Nikolaus benötigte am späten Samstagnachmittag ihre Unterstützung für seinen Fackelumzug im Stadtkern von Altenberge.
Die (Jugend-)Feuerwehren aus Altenberge und Ochtrup bedanken sich an dieser Stelle herzlich bei der Firma Wischemann Kunststoff GmbH sowie bei der Albers Unternehmensgruppe für die Bereitstellung des Übungsgeländes und für die Unterstützung in Form von Getränken und Bratwürstchen… 🙂