Jahreshauptversammlung der Feuerwehr...
Ein vergleichsweise normales Jahr liegt hinter den ehrenamtlichen Frauen und Männern der Feuerwehr Ochtrup. Nach einem turbulenten Jahr 2024 mit einem neuen Einsatzrekord und mehreren außergewöhnlichen Einsatzlagen stellte das Jahr 2025 wieder eine Art „Klassiker“ dar. Doch auch mit rund 250 Einsätzen, unzähligen Übungs- und Lehrgangsstunden sowie dem ein oder anderen Einsatz, der sicherlich bei einigen Kameradinnen und Kameraden in Erinnerung bleiben wird, hat die Feuerwehr Ochtrup erneut ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt.
In einer Zeit, in der die Aufgaben für die Feuerwehren spürbar zunehmen und die damit verbundenen Herausforderungen stetig wachsen, vermittelte die alljährliche Jahreshauptversammlung am vergangenen Samstag in der Stadthalle Ochtrup zugleich eine klare Zuversicht: ein Personalstand auf Rekordkurs, gelebte Kameradschaft sowie eine Ausstattung auf hohem Niveau. Zudem zeigte sich eine motivierte Mannschaft, die die Aufgaben und Herausforderungen von morgen entschlossen angeht. Dies spiegelte sich nicht nur in den verschiedenen Ansprachen und Jahresberichten wider, sondern auch in der Vielzahl an Ehrungen und Beförderungen.
In seiner Begrüßungsrede zu Beginn der Jahreshauptversammlung dankte Andreas Leusing, Leiter der Feuerwehr, seinen Kameradinnen und Kameraden für ihr unermüdliches Engagement im vergangenen Jahr. Dabei ging er besonders auf die Bedeutung des gemeinsamen Miteinanders ein: „Neben Einsätzen und Ausbildung gibt es noch einen weiteren wichtigen Punkt: unsere Kameradschaft. Eine Freiwillige Feuerwehr funktioniert nur dann wirklich gut, wenn man sich kennt und einander vertrauen kann. Und genau das zeigen unsere Löschzüge immer wieder.“
Einen besonderen Dank richtete Ochtrups Feuerwehrchef auch an die Stadtverwaltung. Stellvertretend dankte er Bürgermeisterin Christa Lenderich, der Ersten Beigeordneten Birgit Stening sowie Ordnungsamtsleiter Holger Brüggemann für die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Verwaltung. „Die Feuerwehr Ochtrup ist derzeit auf einem sehr guten Stand und kann alle Einsatzlagen sowie die an uns gestellten Aufgaben bewältigen. Dass wir über eine gute Ausrüstung verfügen, ist den Verantwortlichen der Stadt Ochtrup – dem Rat und der Verwaltung – zu verdanken“, so Leusing. In diesem Zusammenhang erinnerte er an einen größeren Brandeinsatz im vergangenen November im Bereich der Schützenstraße, bei dem ein Großteil der Einsatzkleidung aufgrund von Asbestbelastung entsorgt werden musste. „Hier wurde schnell reagiert und alles darangesetzt, Ersatz zu beschaffen“, so Leusing abschließend.







In seinem Jahresbericht zur Einsatzstatistik stellte Frank Piel, stellvertretender Leiter der Feuerwehr, detaillierte Zahlen und besondere Ereignisse des vergangenen Jahres vor. Insgesamt leisteten die Einsatzkräfte der Töpferstadt 247 Einsätze. Diese gliederten sich in 59 Brandeinsätze, 118 technische Hilfeleistungen sowie 70 sonstige Einsatzlagen.
Als besonders prägende Einsätze hob Piel unter anderem den Brand einer mobilen Netzersatzanlage in einer Garage auf dem Gelände eines örtlichen Energieversorgers am Witthagen (16.01.) hervor. Ebenso erinnerte er an den Brand einer Sauna im Bereich Mührenplatz (08.02.), der sich zu einem ausgedehnten Wohnungsbrand entwickelte. Dabei konnten zwei Personen in letzter Minute über tragbare Leitern vor Feuer und Rauch gerettet werden.
Weitere erwähnenswerte Einsätze waren der Brand eines Sperrmüllwagens am Marktplatz (27.06.), ein Kellerbrand in einer Bäckerei an der Schützenstraße (02.09.), ein schwerer Verkehrsunfall zwischen einem Pkw und einem Lkw auf der B54 mit tödlichem Ausgang (15.08.) sowie der Brand einer Holzwerkstatt an der Metelener Straße (29.11.). Im Rahmen der überörtlichen Hilfeleistung blieb insbesondere ein Dachstuhlbrand in der Nachbargemeinde Metelen (21.09.) in Erinnerung. Insgesamt konnte die Feuerwehr Ochtrup im Jahr 2025 rund acht Personen vor schwersten oder tödlichen Verletzungen bewahren.
Die Gesamtstärke der Feuerwehr Ochtrup betrug im vergangenen Jahr rund 332 Kameradinnen und Kameraden. Davon gehören 241 der aktiven Einsatzabteilung an, drei der Unterstützungsabteilung, 57 der Ehrenabteilung sowie 31 der Jugendfeuerwehr. Die Zahl der aktiven Einsatzkräfte erreichte damit erneut einen Höchststand. „Damit wird deutlich, dass sich die Feuerwehr Ochtrup weiterhin großer Beliebtheit erfreut. Einen Nachwuchsmangel, wie er in vielen anderen Feuerwehren zu beobachten ist, können wir bei uns nicht feststellen“, stellte Piel erfreut fest.
Beim Verlesen des Jahresberichts der BeBa-Gruppe (Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung) berichtete Sabrina Thiele über die vielfältigen Aktivitäten des vergangenen Jahres. Dazu gehörten Besuche von 15 Kita-Gruppen (Vorschulkinder), drei Teilnahmen an Jubiläums- und Schulfesten sowie drei durchgeführte Räumungsübungen. Zu den Highlights zählten auch in diesem Jahr wieder die Teilnahme am Schulfest der Marienschule, der Brandschutztag in Welbergen sowie die Aktion „Picknick im Park“ im Ochtruper Stadtpark.
„Auch aktuell können wir wieder täglich strahlende Kinderaugen bei uns an der Wache erleben, da wir sowohl in dieser als auch in der kommenden Woche die angehenden Schulkinder zur Brandschutzerziehung begrüßen dürfen“, so Thiele abschließend.
Einen kurzen Jahresrückblick aus der Jugendfeuerwehr gab Stadtjugendfeuerwehrwart Ralph Scheitz. Besonders hervor hob er die erfolgreichen Abnahmen der Jugendflamme Stufe 1 und 2, die alljährliche Ferienfreizeit, die gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr Altenberge in der Lüneburger Heide während der Herbstferien stattfand, sowie die Jubiläumsfeier anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr Ochtrup Anfang November.
Im Bericht über die Tätigkeiten der Rettungswache Ochtrup informierte Frank Piel, stellvertretender Leiter der Rettungswache, über weitgehend konstante Einsatzzahlen im Bereich des hauptamtlichen Personals. Einen leichten Rückgang der Alarmierungen verzeichnete das Team jedoch beim am Standort Ochtrup stationierten Notarzteinsatzfahrzeug (NEF). Dieser Rückgang ist unter anderem auf die erweiterten Kompetenzmaßnahmen für Notfallsanitäter im Kreis Steinfurt sowie auf den weiteren Ausbau des Tele-Notarztprojekts zurückzuführen. Einen besonderen Höhepunkt des vergangenen Jahres stellte für die Mitarbeitenden der Spatenstich Ende September zum Neubau der Rettungswache dar, die derzeit gemeinsam mit einem Katastrophenschutzlager des Kreises im Bereich Teupenhook entsteht. Der Bau befindet sich im Zeitplan, sodass derzeit mit einer Inbetriebnahme Anfang 2027 gerechnet werden kann. „Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit dem Kreis Steinfurt als Bauherrn sowie der mit der Realisierung beauftragten Firma darf man als ausgesprochen gut bezeichnen“, zeigte sich Piel zufrieden.

































„Es ist gut, so viele von Ihnen und euch hier zu sehen. Es ist vor allem gut, dass alle Aktiven aus der Einsatzabteilung unserer freiwilligen Feuerwehr gesund hier sitzen.“ Mit diesen einleitenden Worten zeigte sich Ochtrups Bürgermeisterin Christa Lenderich sichtlich erleichtert und zugleich dankbar. Angesichts der zahlreichen Einsätze und der damit verbundenen Risiken betonte sie, wie wichtig eine gute Ausbildung sowie der achtsame Umgang miteinander innerhalb der Feuerwehr seien. Beides funktioniere bei der Feuerwehr Ochtrup in besonderem Maße.
Egal ob schwere Verkehrsunfälle, dramatische Rettungsaktionen oder große Brände – „ohne unsere Feuerwehr wären die Menschen in unserer Töpferstadt den Gefahren weitgehend hilflos ausgeliefert. Für diesen Einsatz danke ich euch von Herzen“, so Lenderich. Einen besonderen Dank richtete die Bürgermeisterin zudem an das Leitungsteam der Feuerwehr für die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit sowie an die hauptamtlichen Gerätewarte, die mit ihrer Arbeit täglich die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr sicherstellen.
Die besten Grüße aus dem Kreishaus überbrachte an diesem Samstag der stellvertretende Kreisbrandmeister Stefan Steinigeweg, der zugleich den Vorsitzenden des Verbandes der Feuerwehren im Kreis Steinfurt, Manfred Kleine-Nisse, vertrat. In seiner Rede informierte Steinigeweg über den Neubau des Katastrophenschutzlagers in Ochtrup, über neu geschaffene Fortbildungsangebote für Truppführer sowie für die Bereiche „Maschinist“ und „ABC-Abwehr“ auf Kreisebene. Zudem ging er auf die aktuell laufenden Beratungen zur Novellierung der geltenden Ausbildungsvorschrift für Feuerwehren (FwDV 2) ein. Darüber hinaus dankte er den Ochtruper Einsatzkräften für ihren Einsatz zu Beginn dieses Jahres in der Bundeshauptstadt Berlin. Dort wirkte die Feuerwehr Ochtrup im Rahmen eines eigens entwickelten NRW-Landeskonzepts für den Katastrophenschutz an der Sicherstellung der Notstromversorgung mit.
Gemeinsam mit Andreas Leusing nahmen Stefan Steinigeweg im weiteren Verlauf zahlreiche Ehrungen vor. Für ihre 25-jährige Mitgliedschaft wurden Daniel Bruns, Daniel Wilger und Britta Lastring ausgezeichnet. Auf 35 Jahre Feuerwehrdienst blicken Josef Moritz, Hendrik Terheyden, Maik Hillmann und Michael Hillmann zurück. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Stefan Erdmann und Ralf Hagemann geehrt. Eine beeindruckende 50-jährige Feuerwehrkarriere konnten Christoph Lütkehermölle, Jürgen Niehues, Andreas Bußmann, Heinz-Anton Bußmann, Hermann Lastring, Josef Nagelsmann, Manfred Dankbar, Werner Ratering und Bernhard Weßels verzeichnen. Für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr Ochtrup wurde Wilfried Schwennen ausgezeichnet.
Ein besonders bewegender Moment war auch in diesem Jahr die Verabschiedung verdienter Kameraden aus der aktiven Einsatzabteilung in die Ehrenabteilung. Im Anschluss an die Laudationen überstellte Andreas Leusing die Kameraden Berthold Tombült, Jürgen Niehues, Bernhard Pölker, Gregor Wiggenhorn und Josef Nagelsmann offiziell in die Ehrenabteilung. Sie alle haben über viele Jahre hinweg der Feuerwehr Ochtrup treue Dienste geleistet und die positive Entwicklung der Wehr maßgeblich mitgeprägt. Mit ihrem Wechsel machen sie nun Platz für die nächste Generation engagierter Feuerwehrkameradinnen und -kameraden.
Im Anschluss führte Leusing zahlreiche Neuaufnahmen, Beförderungen sowie Ernennungen in neue Funktionen durch. Eine Übersicht hierzu findet sich unterhalb des Artikels. Mit dem offiziellen Ende der Versammlung bleibt vor allem eines festzuhalten: Die Feuerwehr Ochtrup ist nicht nur gut aufgestellt, sondern lebt vom Engagement, der Kameradschaft und der Motivation ihrer Mitglieder. Die Bürgerinnen und Bürger der Töpferstadt können sich auch in Zukunft darauf verlassen, dass ihre Feuerwehr jederzeit schnell, professionell und engagiert Hilfe leistet – rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr.
Neuaufnahmen, Beförderungen und Ernennungen...
- Timo Schepers
- Johanna Hillmann
- Julius Stegemann
- Lennard Berg
- Phillip Holtmannspötter
- Finn Mensing
- Robin Beunink
Übernahme aus anderen Feuerwehren:
- Tobias Kappelhoff
- Gerrit Telgmann
- Klaus Dieter Kirchhoff
- Muhammed Akay
- Thomas Brinkmann
- Maurice Hagemann
- Christian Greiwe
- Jasper Knol
- Max Reinker
- Xenia Beck
- Niklas Heunemann
- Philipp Dinkhoff
- Alexander Jordan
- Raphael Pillen
- Maarten Brünen
- Jona Noel Sauer
- Lotta Büning
- Lina Laschke
- Lars Holtmannspötter
- Lea Münstermann
- Tobias Kappelhoff
- Frank Kappelhoff
- Chris Rempe
- Thomas Ewering
- Lennart Hille
- Jonas Kopper
- Thomas Stücker
- Benedikt Dinkhoff
- Christian Kasparek
- Timm Möllers
- Thomas Krämer
- Mathias Bußmann
- Julian Ehling
- Tom Schröder
- Carolin Wierling
Entlassung als stellv. Einheitsleiter: Julian Ransmann
Ernennung als stellv. Einheitsleiter: Thomas Stücker
Entlassung als Stadtjugendfeuerwehrwart: Ralph Scheitz
Ernennung als Stadtjugendfeuerwehrwart: Leon Gesenhues