Feuerwehr und Hilfsorganisationen üben am DOC Ochtrup

Szenario "Ernstfall" im Outlet Center...

„Auslösen einer automatischen Brandmeldeanlage, Designer Outlet Center Ochtrup, Laurenzstraße 51, Vollalarm“ – so lautete am vergangenen Donnerstagabend die Alarmierung für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehr Ochtrup im Rahmen einer groß angelegten Übung. Der Zusatz „Vollalarm“ bedeutet, dass alle vier Löschzüge der Feuerwehr Ochtrup alarmiert werden. Aufgrund seiner Größe sowie der insbesondere während der Öffnungszeiten hohen Anzahl potenziell gefährdeter Personen ist dieses Alarmstichwort für das DOC auch in der realen Alarm- und Ausrückeordnung hinterlegt.

 

Von allen drei Feuerwehrstandorten machten sich die voll besetzten Einsatzfahrzeuge auf den Weg zum weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Einkaufszentrum. Die Löschzüge aus Langenhorst und Welbergen fuhren dabei wie vorgesehen den Bereitstellungsraum im Bereich der Beethovenstraße an, während die Stadt-Löschzüge direkt zum Objekt ausrückten.

 

Am Feuerwehrinformations- und Bediensystem (FIBS) verschafften sich die ersten Einsatzkräfte schnell einen Überblick über den ausgelösten Melderbereich. Doch bereits die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hatten festgestellt: Es brennt tatsächlich. Im Bereich des Nordeingangs war ein Feuer ausgebrochen, zudem befanden sich noch mehrere Personen im Gebäude.

 

Am vergangenen Donnerstag fand am Designer Outlet Center eine gemeinsame Großübung der Feuerwehr Ochtrup mit den ehrenamtlichen Einsatzkräften der Ochtruper Hilfsorganisationen – den Maltesern und dem DRK – statt. Solche Übungen werden regelmäßig durchgeführt, um komplexe Einsatzlagen realitätsnah zu simulieren und gleichzeitig besondere Objekte im Stadtgebiet von Ochtrup kennenzulernen sowie die dortigen Einsatzmöglichkeiten und -abläufe zu trainieren.

Doch was war genau passiert? In einem Großraumlager im zweiten Obergeschoss im Bereich des Nordeingangs war es zu einem Brandausbruch mit starker Rauchentwicklung gekommen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich dort noch mehrere Handwerker. Einige machten sich auf dem Dach des Gebäudes lautstark bemerkbar, andere galten zunächst als vermisst.

 

Nachdem die Einsatzleitung alle notwendigen Informationen sowohl von den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes als auch mithilfe der Laufkarten der Brandmeldeanlage sowie des Feuerwehrplans erhalten hatte, verlagerten die Einsatzkräfte ihren Schwerpunkt in Richtung Nordeingang. Dort wurden sie bereits von einer auf dem Dach um Hilfe rufenden Person empfangen. Diese war durch den dichten Rauch eingeschlossen und musste über die Drehleiter gerettet werden. Parallel dazu gingen mehrere Trupps zur Menschenrettung und Brandbekämpfung in das betroffene Großraumlager vor.

 

Aufgrund der hohen Anzahl vermisster Personen forderte der Einsatzleiter zusätzliche rettungsdienstliche Einheiten an. Diese Aufgabe übernahmen im Rahmen der Übung die ehrenamtlichen Kräfte der Malteser und des DRK. Mit mehreren Einsatzfahrzeugen – vom Krankentransportwagen bis zum Gerätewagen Sanität – rückten sie zum DOC an, um die geretteten und verletzten Personen in Empfang zu nehmen und medizinisch zu versorgen.

Ein besonderer Schwerpunkt der Übung lag neben den allgemeinen feuerwehrtechnischen Maßnahmen auf der Einsatzstellenorganisation sowie der Kommunikation zwischen den eingesetzten Kräften in dem weitläufigen Gebäudekomplex. Schnell stellte sich heraus, dass aufgrund der baulichen Struktur keine durchgängige Funkverbindung zwischen den im Gebäude eingesetzten Kräften und den Führungskräften draußen sichergestellt werden konnte. Erst der Einsatz eines sogenannten Funk-Repeaters stellte eine uneingeschränkte Kommunikation sicher.

 

Insgesamt rettete die Feuerwehr im Verlauf der Übung sechs Personen aus dem Gebäude, die anschließend durch die Kräfte der Hilfsorganisationen versorgt wurden. Die Organisatoren zeigten sich mit dem Verlauf der Übung insgesamt zufrieden. Im Rahmen einer gemeinsamen Nachbesprechung wurden aufgetretene Probleme und Verbesserungspotenziale analysiert, um daraus wichtige Erkenntnisse für mögliche Realeinsätze zu gewinnen.

 

Auch die Verantwortlichen von Maltesern und DRK zogen ein positives Fazit und zeigten sich mit der Leistung ihrer Einsatzkräfte sowie dem Ablauf der Übung zufrieden. Gemeinschaftsübungen dieser Art sind für alle beteiligten Organisationen von großem Wert. Kommt es tatsächlich zu einem größeren Einsatz im DOC, arbeiten Feuerwehr, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen Hand in Hand zusammen.

 

Die Feuerwehr Ochtrup sowie die Malteser und das DRK bedanken sich herzlich beim Designer Outlet Center Ochtrup für die Möglichkeit, die Übung auf dem Gelände durchführen zu dürfen, sowie für die freundliche und unkomplizierte Unterstützung… 🙂

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