Einsatzort: Ochtrup
Straße: Pröpstinghoff
Alarmzeit: 20.07.2026 – 11:51 Uhr
Einsatzbericht:
Die Feuerwehr Ochtrup wurde am späten Montagvormittag mit dem Einsatzstichwort „C_Einsatz_1“ in den Bereich Pröpstinghoff alarmiert. Nach ersten Informationen der Kreisleitstelle Steinfurt bestand der Verdacht auf einen Austritt von Chlorgas in einem Wohngebäude.
Bei dem betroffenen Objekt handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus mit Sozialwohnungen, die von der Stadt Ochtrup für hilfebedürftige Bürgerinnen und Bürger bereitgestellt werden.
Ausgelöst wurde der Einsatz durch einen Hinweis des städtischen Ordnungsamtes. Ein Hausmeister hatte an der Wohnungstür einer derzeit nach Angaben der Stadt unbewohnten Wohnung einen handgeschriebenen Warnhinweis entdeckt. Darauf wurde vor Chlorgas in der Wohnung gewarnt und darauf hingewiesen, dass ein Betreten ausschließlich mit Atemschutz erfolgen dürfe. Nachdem der Hausmeister die Wohnungstür geöffnet hatte, nahm er unmittelbar einen beißenden Geruch wahr. Daraufhin informierte die Stadt Ochtrup die Feuerwehr.
Zunächst rückten Kräfte der hauptamtlichen Gerätewartung zur ersten Erkundung aus. Die Wohnung wurde unter Verwendung von umluftunabhängigem Atemschutz (ABEK-Filter) betreten und erste Messungen durchgeführt. Im Verlauf der Erkundung entschied sich der Einsatzleiter aufgrund der unklaren Lage, weitere Einsatzkräfte nachzufordern und einen entsprechenden C-Einsatz auszulösen.
Nach dem Eintreffen weiterer Kräfte wurde die Wohnung zunächst von Einsatzkräften unter Körperschutzform 1 durchsucht. Da ein möglicher Suizid unter Verwendung chemischer Stoffe zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, erfolgte die Erkundung mit entsprechender Vorsicht. Nachdem sich keine Personen in der Wohnung befanden, wurde diese anschließend durch weitere Einsatzkräfte unter Körperschutzform 2 nochmals gründlich abgesucht.
Hierbei fanden die Einsatzkräfte ein Gebinde mit einer chlorhaltigen Substanz, das anschließend gesichert ins Freie gebracht wurde. Dabei handelte es sich um eine handelsübliche Gartenspritze. Die Entsorgung des Behältnisses übernahmen im weiteren Verlauf Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes.
Nach der Bergung des Gefahrstoffes wurde die Wohnung intensiv belüftet und anschließend freigemessen. Nach Abschluss der Dekontaminationsmaßnahmen sowie aller weiteren feuerwehrtechnischen Arbeiten konnte die Einsatzstelle an die Stadt Ochtrup übergeben werden.
Zur Herkunft der Chemikalie sowie zu den Hintergründen des Vorfalls liegen der Feuerwehr derzeit keine weiteren Erkenntnisse vor.
Die Feuerwehr Ochtrup war mit rund 30 Einsatzkräften vor Ort.
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