Atemschutz und Schutzkleidung – stets einsatzbereit…

Einblick in die Werkstatt für Atemschutz und PSA...

Die Freiwillige Feuerwehr Ochtrup ist eine moderne und leistungsstarke kommunale Einrichtung zur Gefahrenabwehr. Mit rund 220 ehrenamtlichen Frauen und Männern in der aktiven Einsatzabteilung gewährleistet sie an drei Standorten im Stadtgebiet schnelle und effektive Hilfe – zu jeder Tages- und Nachtzeit.

 

Voraussetzung für die jederzeitige Einsatzbereitschaft sind neben gut ausgebildeten Einsatzkräften insbesondere funktionierende Einsatzfahrzeuge, Geräte und eine intakte persönliche Schutzausrüstung. Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und die Einsatzbereitschaft der umfangreichen Ausstattung dauerhaft sicherzustellen, beschäftigt die Stadt Ochtrup hauptamtliche Gerätewarte bei der Feuerwehr Ochtrup. Sie verrichten werktags ihren Dienst am Feuerwehrgerätehaus Ochtrup.

 

Zu den Aufgaben der hauptamtlichen Gerätewarte gehören unter anderem die Pflege, Wartung, Unterhaltung, Prüfung und Verwaltung von Geräten, Maschinen, Fahrzeugen und weiteren Einrichtungen der Feuerwehr an allen drei Standorten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Instandhaltung der Atemschutztechnik sowie der Pflege und Aufbereitung der unterschiedlichen persönlichen Schutzausrüstungen.

Für diese Aufgaben steht der Feuerwehr Ochtrup seit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses an der Prof.-Gärtner-Straße vor rund drei Jahren unter anderem eine moderne Werkstatt zur Aufbereitung der Atemschutzgerätetechnik und der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) zur Verfügung.

 

Hier werden benutzte Atemschutzgeräte fachgerecht gereinigt, desinfiziert und nach standardisierten Vorgaben geprüft. Werden dabei Mängel festgestellt, können die Geräte bei Bedarf repariert bzw. instandgesetzt werden.

 

Gleiches gilt für kontaminierte persönliche Schutzausrüstung. Auch diese kann vor Ort fachgerecht gewaschen, imprägniert und schonend getrocknet werden. Anschließend wird die Schutzausrüstung durch die Gerätewarte sorgfältig auf mögliche Beschädigungen oder sonstige Auffälligkeiten überprüft, bevor sie wieder für den Einsatz freigegeben wird.

 

Die Werkstatt zur Aufbereitung der Atemschutzgerätetechnik und der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) am Feuerwehrgerätehaus Ochtrup ist räumlich in unterschiedliche Bereiche gegliedert. Dabei orientiert sich die Gestaltung am sogenannten „Schwarz-Weiß-Prinzip“, das eine klare Trennung zwischen kontaminierten und sauberen Bereichen ermöglicht.

 

In der sogenannten Anlieferung werden kontaminierte Atemschutzgeräte und persönliche Schutzausrüstung durch die Einsatzkräfte aller drei Standorte der Werkstatt zugeführt. Hierfür stehen entsprechende Auffangwannen zur Verfügung. Sowohl die benutzten Atemschutzgeräte als auch die verschmutzte Schutzausrüstung werden bereits an der Einsatzstelle entsprechend dem Hygienekonzept der Feuerwehr Ochtrup verpackt. Dadurch wird verhindert, dass sich Verunreinigungen und mögliche Kontaminationen auf dem Weg zur Werkstatt ausbreiten.

Im sogenannten Schwarzbereich werden die Atemschutzgeräte durch die speziell hierfür ausgebildeten Gerätewarte zunächst grob gereinigt und – sofern erforderlich – unter Verwendung von Gebläsefiltergeräten in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt. Anschließend erfolgt die Feinreinigung der einzelnen Komponenten. Hierfür steht den Gerätewarten spezielle Technik zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem ein Dosiergerät zur Herstellung der benötigten Desinfektionsmittellösung sowie eine spezielle Atemschutzwaschmaschine und ein Trockenschrank.

 

Ebenfalls an den Schwarzbereich angegliedert ist die Wäscherei für die persönliche Schutzausrüstung. Hier steht der Feuerwehr Ochtrup eine spezialisierte Industriewaschmaschine mit entsprechender Dosieranlage zur Verfügung. Diese stellt abhängig von der jeweiligen Schutzausrüstung automatisch die benötigte Menge und Art des Reinigungsmittels zusammen.

 

Insbesondere bei der Brandschutzkleidung ist neben der eigentlichen Reinigung auch die anschließende Imprägnierung von großer Bedeutung. Sie trägt dazu bei, die Schutzwirkung der Kleidung zu erhalten. Auch hierfür ist die vorhandene Waschmaschine entsprechend ausgelegt.

 

Neben der Waschmaschine befindet sich in der Wäscherei ein großräumiger Trockenschrank. In diesem können die unterschiedlichen Schutzausrüstungen schonend und entsprechend den jeweiligen Herstellerangaben getrocknet werden.

Nach der Reinigung von Atemschutztechnik und persönlicher Schutzausrüstung geht es für die aufbereiteten Komponenten weiter in den sogenannten „Weißbereich“. Hier werden die Atemschutzgeräte wieder vollständig zusammengebaut und anschließend an einer speziellen Prüfstation (Dräger Testor 2500/3500) auf ihre Funktionsfähigkeit und Dichtheit überprüft. Werden hierbei Defekte festgestellt, sind die Gerätewarte in der Lage, bestimmte Ersatzteile selbstständig auszutauschen. Sollte eine Reparatur darüber hinausgehen, wird das betroffene Gerät zur weiteren Instandsetzung an den Hersteller übergeben.

 

Sämtliche Arbeitsschritte werden dank einer entsprechenden Kennzeichnung der einzelnen Bauteile und einer speziellen Prüfsoftware digital dokumentiert. Dadurch lässt sich der Aufbereitungs- und Prüfprozess der Atemschutzgeräte nachvollziehbar dokumentieren. Im Anschluss an die Prüfung werden einzelne Bauteile aus hygienischen Gründen teilweise eingeschweißt, bevor das vollständig aufbereitete und geprüfte Atemschutzgerät einsatzbereit in einer Transportbox verlastet wird.

 

Ein ähnlicher Ablauf gilt für die persönliche Schutzausrüstung. Nach dem Wasch- und Trockenvorgang wird die Schutzausrüstung sorgfältig auf mögliche Beschädigungen überprüft. Dabei werden unter anderem die Nähte, Reflektoren sowie die im Inneren der Kleidung befindlichen Membranen kontrolliert. Werden hierbei Beschädigungen festgestellt, können diese – sofern möglich – durch eine Fachschneiderei instandgesetzt werden. Ist eine Reparatur nicht mehr möglich oder wirtschaftlich sinnvoll, wird die betroffene Einsatzkleidung durch neue Schutzausrüstung ersetzt.

 

Fertig aufbereitete Atemschutzgeräte, gereinigte Atemanschlüsse (Atemschutzmasken) und weitere Ausrüstungsgegenstände werden anschließend in der sogenannten „Abholung“ eingelagert. Hier können die Einsatzkräfte die benötigte Ausrüstung wieder in Empfang nehmen und damit die jeweiligen Einsatzfahrzeuge neu bestücken.

 

Ein Teil der fertig aufbereiteten Atemschutztechnik befindet sich darüber hinaus ständig auf dem Hygiene-Anhänger der Feuerwehr Ochtrup. Dieser ermöglicht es im Rahmen des Hygienekonzeptes, bereits an der Einsatzstelle einen Austausch kontaminierter Atemschutzgeräte gegen aufbereitete und einsatzbereite Geräte vorzunehmen. Dadurch kann die Einsatzbereitschaft der eingesetzten Atemschutzgeräteträger auch bei länger andauernden oder größeren Einsatzlagen sichergestellt werden.

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