Rauchmelder für die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr

Brandgefahren machen auch vor den Feuerwehren nicht halt...

Feuer bei der Feuerwehr? Unmöglich!? Die Feuerwehr rückt doch schließlich aus, wenn es irgendwo brennt. Warum sollte es also ausgerechnet bei den Experten für Brandbekämpfung selbst zu einem Feuer kommen?

 

Doch auch Feuerwehrgerätehäuser bergen ein nicht unerhebliches Brandrisiko. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit zeigen immer wieder, dass es auch bei Feuerwehren zu Bränden kommen kann [Artikel: „Brände in Feuerwehrhäusern“]

 

Die Vielzahl an elektronischen Geräten auf modernen Einsatzfahrzeugen, Ladeeinrichtungen für Akkus und weitere technische Komponenten stellt dabei eine potenzielle Brandgefahr dar – nicht nur in Gewerbebetrieben oder im häuslichen Umfeld, sondern auch bei der Feuerwehr. Gleichzeitig haben die in den Gerätehäusern untergebrachten Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände einen erheblichen finanziellen Wert. Allein bei der Feuerwehr Ochtrup beläuft sich dieser auf einen unteren zweistelligen Millionenbetrag.

Genau aus diesem Grund setzt die Feuerwehr Ochtrup seit Ende August auf das „Safe Fire House“-System der Firma dexa GmbH. Bei der softwarebasierten Brandwarnanlage handelt es sich um ein System aus batteriebetriebenen, photoelektrischen Rauchmeldern und Rauchsensoren, die direkt in den Fahrzeugkabinen und Geräteräumen der Einsatzfahrzeuge installiert sind. Die einzelnen Sensoren kommunizieren dabei drahtlos miteinander und sind in das standortübergreifende Gesamtsystem eingebunden.

 

Kommt es unbemerkt zu einer Rauchentwicklung oder einem Brand in einem der Einsatzfahrzeuge, während dieses im Gerätehaus abgestellt ist, erkennt das System den Rauch frühzeitig und leitet automatisch eine Alarmierung ein. Über verschiedene Schnittstellen und Alarmierungswege können die zuständigen Einsatzkräfte benachrichtigt werden. So soll ein Brand möglichst früh erkannt und verhindert werden, dass sich das Feuer unbemerkt auf ein Einsatzfahrzeug, weitere Fahrzeuge oder im schlimmsten Fall das gesamte Gerätehaus ausbreitet.

Quelle: Dexa GmbH

Das bei der Feuerwehr Ochtrup verbaute System setzt auf eine sogenannte PoE-Zentrale am Hauptstandort in Ochtrup. Diese ist über eine netzwerkbasierte Standortverbindung mit sogenannten PoE-Repeatern in den Gerätehäusern Langenhorst und Welbergen verbunden. Auf diese Weise können die drei Standorte in einem gemeinsamen System miteinander vernetzt werden.

 

Eine Besonderheit des Systems ist der sogenannte „nahtlose Standortwechsel“. Fahrzeuge der Feuerwehr Ochtrup bleiben dadurch auch dann brandüberwacht, wenn sie sich vorübergehend an einem anderen feuerwehreigenen Standort befinden. Das System erkennt die Fahrzeuge automatisch und bucht sie am jeweiligen Standort ein. Sollte es dort zu einer Auslösung kommen, wird der aktuelle Standort des Fahrzeugs mit der Alarmmeldung übermittelt, sodass gezielt die zuständigen Ansprechpartner informiert werden können.

 

Kommt es an einem der drei Standorte zu einer Auslösung eines der verbauten Rauchmelder, wird die entsprechende Meldung durch die PoE-Zentrale weitergeleitet. Je nach Standort erfolgt dies unter anderem an die dort vorhandene Brandmeldeanlage sowie an das von der Feuerwehr Ochtrup eingesetzte digitale Alarmierungssystem „Alamos“. Über diese Systeme wird ein zuvor festgelegter Personenkreis über die Auslösung informiert. Dieser kann anschließend weitere Maßnahmen einleiten, beispielsweise die Alarmierung zusätzlicher Einsatzkräfte zur Überprüfung des ausgelösten Rauchmelders. Das Vorgehen ist damit vergleichbar mit der Alarmierung bei der Auslösung einer automatischen Brandmeldeanlage in anderen Gebäuden.

 

Neben den Einsatzfahrzeugen wurde auch das Gerätehaus Langenhorst mit entsprechenden Rauchmeldern ausgestattet. Anders als die Gerätehäuser in Ochtrup und Welbergen verfügt der Standort Langenhorst bislang nicht über eine fest installierte Brandmeldeanlage. Mit der Nachrüstung wird nun auch in den Räumlichkeiten des Gerätehauses Langenhorst eine entsprechende Brandüberwachung gewährleistet.

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