Flächendeckender Stromausfall fordern überregionale Kräfte...
Am Samstag, den 11. April 2026, wurden gegen 10:00 Uhr die Energieeinheiten der Freiwilligen Feuerwehr Ochtrup, der Feuerwehr Recklinghausen sowie der Feuerwehr Rhede im Rahmen einer groß angelegten Übung zu einem simulierten, flächendeckenden Stromausfall alarmiert. Ursache des angenommenen Szenarios war ein schweres Unwetter, das im Bereich „Witthagen“ sowie in der Bauernschaft Wester zu massiven Störungen in der Energieversorgung geführt haben sollte.
Nach dem Eintreffen der Kräfte im Bereitstellungsraum am Feuerwehrgerätehaus Ochtrup erfolgte eine strukturierte Lageeinweisung durch die Übungsleitung. Im Anschluss wurden die rund 25 eingesetzten Kräfte in mehrere taktische Einheiten gegliedert und den jeweiligen Einsatzabschnitten zugewiesen. Kurz darauf erfolgte das geordnete Ausrücken zu den definierten Einsatzstellen.
Unterstützt wurden die beteiligten Feuerwehren durch die Firma Eimers aus Hamminkeln, die ein leistungsstarkes 400 kVA-Notstromaggregat inklusive Fachpersonal zur Verfügung stellte und somit einen wesentlichen Beitrag zur realitätsnahen Darstellung der Einsatzlage leistete.
Bereits gegen 10:15 Uhr traf die erste Einheit an Einsatzstelle 1 ein. Hierbei handelte es sich um eine Transformatorstation im Kreuzungsbereich „Witthagen/Gausebrink“. Vor Ort wurden die Einsatzkräfte durch Vertreter des örtlichen Energieversorgers, der Stadtwerke Ochtrup, empfangen. Nach einer gemeinsamen Lagebesprechung zwischen Einsatzleitung, Stadtwerken, Fachpersonal der Firma Eimers sowie den Einheitsführern begann umgehend die Vorbereitung zur Übernahme und Einspeisung der betroffenen Station mittels Notstromversorgung.
Parallel dazu verlegte ein weiterer Einsatzabschnitt, bestehend aus Kräften der Feuerwehr Rhede sowie der Einsatzleitung, zur Einsatzstelle 2. Ziel war ein landwirtschaftlicher Betrieb der Familie Ostendorf in der Bauernschaft Wester. Vor Ort wurde schnell deutlich, dass insbesondere die Stromversorgung der Stallanlagen von entscheidender Bedeutung war, um das Tierwohl sicherzustellen. In enger Abstimmung mit dem Betriebsinhaber wurden auch hier unverzüglich Maßnahmen zur Notstromeinspeisung eingeleitet.
Durch das koordinierte Vorgehen aller eingesetzten Kräfte konnte die Lage zügig unter Kontrolle gebracht werden. Bereits gegen 11:45 Uhr war es gelungen, an beiden Einsatzstellen eine stabile Notstromversorgung herzustellen und die betroffenen Bereiche wieder zuverlässig mit elektrischer Energie zu versorgen.
Im weiteren Verlauf stellte der Energieversorger gegen 13:00 Uhr die reguläre Stromversorgung wieder her, sodass die eingesetzten Kräfte den Rückbau der Technik einleiten und den Einsatz beenden konnten.
Glücklicherweise handelte es sich bei diesem Szenario nicht um einen realen Einsatz, sondern um eine gezielt geplante Großübung organisiert durch die Feuerwehr Ochtrup. Dennoch basiert das angenommene Lagebild auf realistischen Gefahrenlagen. Großflächige Stromausfälle sind längst keine theoretischen Szenarien mehr: Erst Anfang des Jahres kam es in Teilen Berlins zu erheblichen Stromausfällen. Auch Ochtrup selbst war bereits vor rund 20 Jahren von einem vergleichbaren Ereignis betroffen.























Solche Übungen sind daher von entscheidender Bedeutung, um Einsatzabläufe zu trainieren, Technik zu erproben und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Einheiten und Organisationen zu stärken.
Im Rahmen eines landesweiten Notstromkonzeptes hat das Land Nordrhein-Westfalen in enger Zusammenarbeit mit dem Institut der Feuerwehr NRW insgesamt 25 spezialisierte Energieeinheiten aufgestellt. Ziel ist es, im Falle großflächiger Stromausfälle schnell und effektiv Hilfe leisten zu können. Die Feuerwehren Ochtrup und Recklinghausen sind feste Bestandteile dieser Struktur. Ergänzend haben viele Kommunen – so auch die Feuerwehr Rhede – eigene Notstromkapazitäten aufgebaut, um lokal schnell reagieren zu können.
Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig eine reibungslose und eingespielte Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg ist. Gerade bei flächendeckenden Schadenslagen, wie sie beispielsweise beim Einsatz der Energieeinheiten in Berlin zu Beginn des Jahres auftraten, ist ein koordiniertes Vorgehen unerlässlich.
Gleichzeitig wurde erneut deutlich, dass eine funktionierende Zusammenarbeit nicht ausschließlich auf offiziellen Konzepten basiert. Mit der Feuerwehr Rhede verbindet uns bereits seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft mit regelmäßigen gemeinsamen Übungen und einem intensiven fachlichen Austausch – unabhängig von einer Einbindung in die landesweiten Energieeinheiten.
Im Anschluss an die Übung fand ein kameradschaftlicher Austausch statt. In angenehmer Atmosphäre nutzten die Einsatzkräfte, Vertreter der Stadtwerke Ochtrup, Mitarbeitende der Firma Eimers sowie die Gastgeber des landwirtschaftlichen Betriebes die Gelegenheit, Erfahrungen aus vergangenen Einsätzen zu teilen, Einsatztaktiken zu diskutieren und fachliche Themen zu vertiefen.
Unser Dank gilt der Feuerwehr Recklinghausen und der Feuerwehr Rhede für die gute Zusammenarbeit, der Firma Eimers für die Bereitstellung eines zusätzlichen Notstromaggregates sowie eines 800 kW Lastwiderstandes zur realistischen Simulation eines Großverbrauchers inklusive Fachpersonal. Ebenso bedanken wir uns bei den Stadtwerken Ochtrup sowie bei der Familie Ostendorf für die Unterstützung und die Bereitstellung der Übungsobjekte :).
Solche gemeinsamen Übungen sind ein wichtiger Baustein für eine funktionierende Gefahrenabwehr. Wir freuen uns auf weitere spannende Projekte und die Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit.