Einblicke in das Feuerwehrgerätehaus Ochtrup

Heimat der Löschzüge 1 & 2....

Das Feuerwehrgerätehaus Ochtrup ist der Hauptstandort der Freiwilligen Feuerwehr Ochtrup und beherbergt die Löschzüge 1 & 2 der Stadt Ochtrup, sowie die Jugendfeuerwehr. Das Gerätehaus ist zudem mit seinen speziellen Einrichtungen, Werkstätten und Büros Dienstort für die hauptamtliche beschäftigte Gerätewartung und den städtischen Brandschutztechniker.

 

Das heutige Gerätehaus Ochtrup auf dem ehemaligen Gelände der Pestalozzischule ersetzt den ehemaligen Standort am Westwall. Die Kombination aus Feuerwehrgerätehaus mit angeschlossener Rettungswache aus dem Jahr 1955 war ein Produkt immer wiederkehrender Anbauten der vergangenen Jahrzehnten und wurde den Ansprüchen an ein modernes, leistungsfähiges und vor allem sicheres Feuerwehrgerätehaus kaum noch gerecht.

 

Im Mai 2021 begannen nach mehrjähriger Beratung und Planung zum Thema „Neubau Feuerwehrgerätehaus Ochtrup“ die Bauarbeiten auf dem ehemaligen Schulgelände, sodass nach knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit der neue Standort bezogen werden konnte. Mit der Inklusion des denkmalgeschützten und im Rahmen des Bauvorhabens restaurierten Rektoratsgebäude in die Gebäudeplanung des jetzigen Feuerwehrgerätehauses ist dieses einzigartig für die gesamte Region.

 

Mit seiner räumlichen Nähe zum Stadtzentrum ist der Standort am an der Prof.-Gärtner-Straße ideal, um ein schnelles An- und Ausrücken der freiwilligen Feuerwehrkräfte zu gewährleisten. Das Einsatzgebiet der Löschzüge 1 & 2 umfasst neben dem Stadtteil Ochtrup die Bauernschaften Weiner, Wester und Oster, sowie ein Teilstück der Bundesautobahn (BAB) 31 und der Bundesstraße B54. Des Weiteren ist des Feuerwehrgerätehaus Ochtrup im Rahmen von Großschadenslagen, sowie im Krisen- und Katastrophenfall die zentrale Befehlsstelle der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Einsatzleitung und Stab der Feuerwehr) und Sitz des Krisenstabes der Verwaltung.

Neben den klassischen Einsatzfahrzeugen wie Hileleistungs- und Löschgruppenfahrzeuge sind an diesem Standort die Sonderfahrzeuge der Feuerwehr Ochtrup – wie etwa eine Drehleiter, ein Rüstwagen, ein Gerätewagen-Logistik und die gesamte Flotte der Einsatzleitwagen – untergebracht. Sie alle werden im Einsatzfall von den rund 120 ehrenamtlichen Einsatzkräften der aktiven Einsatzabteilung besetzt. 

 

Bei der Feuerwehr Ochtrup handelt es sich um eine rein ehrenamtliche Feuerwehr ohne hauptamtliches feuerwehrtechnisches Personal, wie man es etwas von Berufsfeuerwehren oder Freiwilligen Feuerwehren mit hauptamtlichen Kräften in NRW kennt. Da es sich bei der Feuerwehr Ochtrup jedoch um eine moderne und leistungsstarke kommunale Einrichtung zur Gefahrenabwehr handelt, verrichten hauptamtliche Gerätewarte werktags ihren Dienst am Feuerwehrgerätehaus Ochtrup und teilweise an den anderen Gerätehäusern in den Ortsteile Langenhorst und Welbergen. Im Gegensatz zu feuerwehrtechnischen Beamten, handelt es sich im Fall der Töpferstadt um städtische Angestellte, welche die Sicherstellung der materiellen Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Ochtrup gewährleisten. Zu ihren Aufgaben gehört die Pflege, Wartung, Unterhaltung, Prüfung und Verwaltung von Geräte, Maschinen, Fahrzeugen und weiteren Einrichtungen der Feuerwehr Ochtrup an allen drei Standorten. 

Zu den räumlichen Besonderheiten am Feuerwehrgerätehaus gehören neben der großräumigen Fahrzeughalle und den räumlich getrennten Alarmumkleiden für Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner… 

 

  • eine Waschhalle mit integrierten Pumpen-Prüfstand (Brunnenanlage),
  • zwei Werkstatthallen mit Radhebeanlage,
  • Werkstätten für Kleingeräte und Zerspannung ,
  • ein Hochregallager,
  • eine zentrale Werkstatt für die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft von Atemschutzgeräten und Persönlicher Schutzausrüstung (PSA)
  • getrennte Umkleiden für die Mitglieder der Jugendfeuerwehr, 
  • eine Einsatzzentrale mit angeschlossenem Stabsraum für die Feuerwehr
  • eine großräumige Kleiderkammer,
  • einen Fitnessraum, 
  • ein dreiteiliger Schulungsraum,
  • ein Bereitschaftsraum (Sozial-Raum für die Einsatzkräfte),
  • diverse Büroräume u.a. für die Leitung der Feuerwehr, den Einheitsleitern, den städtischen Brandschutztechniker, sowie den hauptamtlichen Gerätewarten uvm., 
  • ein Jugendfeuerwehrraum, welcher gleichzeitig als Stabsraum für die Verwaltung im Krisenfall fungiert, 
  • sowie viele weitere Räumlichkeiten. 

Doch bei dem Feuerwehrgerätehaus Ochtrup handelt es sich nicht einfach um ein herkömmliches „Spritzenhaus“. Mit seinem denkmalgeschützten Anbau – das ehemalige Rektoratsgebäude – ist es wahrlich ein Standort mit Geschichte: 

 

„Deo Musis Patriae“ – die aus dem Lateinischen übersetzten Worte „Den Gott, den Künsten, dem Vaterland“ verzieren stolz den Haupteingang der ehemaligen Rektoratsschule und stehen seither als Symbol für das damalige Verständnis von Bildung, wie sie bis ins 20. Jahrhundert hinein getreu dieser Leitworte praktiziert wurde.

 

Das in den Jahren 1911 bis 1912 errichtete Schulgebäude beherbergte zu Beginn seiner Geschichte die bereits im Jahre 1859 gegründete Rektoratschule der Stadt. Hierbei handelte es sich um eine aus der Bürgerschule hervorgegangene schulische Bildungseinrichtung, welche den Schülerinnen und Schülern auf praktische Berufe beispielsweise im kaufmännischen oder handwerklichen Bereich vorbereiten sollte. 1938 wurde die Rektoratsschule in eine Mittelschule (sog. Volksschule) umgewandelt, bis sie 1953 zu einer Realschule umstrukturiert wurde.

Erstmalig im Mai 1965 beschäftigte sich der Ochtruper Stadtrat in einer öffentlichen Sitzung mit dem Thema „Errichtung einer Sonderschule“. In Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden Metelen und Wettringen nahm im Dezember des darauffolgenden Jahres die damals als „Sonderschule für lernbehinderte Kinder“ bezeichnete Pestalozzischule ihren Lehrbetrieb auf. Gestartet mit anfänglich nur knapp 30 Schülerinnen und Schülern, verteilt auf zwei Klassenräume, musste die Pestalozzischule ihren Standort im Stadtgebiet aufgrund steigender Schülerzahlen des Öfteren wechseln. Mit Fertigstellung eines gemeinsamen Schulzentrums für alle drei weiterführenden Schulformen in Ochtrup, wechselte die Pestalozzischule 1973 zum letzten Mal in ihrer Geschichte ihren Standort und zog mit ihren 175 Schülerinnen und Schülern in die ehemalige Realschule ein. Mit ihrer knapp 50-jährigen Geschichte zählte die Pestalozzischule zu eine der wenigen Förderschulen in der Region, welche zahlreiche junge lernbehinderte Menschen auf ihren zukünftigen Lebensweg vorbereitet hatte. Zum Ende des Schuljahres 2016/17 wurde der Schulbetrieb eingestellt.  

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