Wenn es plötzlich laut wird...
Großbrände, Naturkatastrophen oder gar eine kriegerische Auseinandersetzung? Die Vergangenheit und die aktuelle weltpolitische Lage haben uns gezeigt, dass all dies auch für uns in Deutschland bei Weitem nicht mehr unmöglich ist. Die Flutkatastrophe im Ahrtal, aber auch der jüngste Anschlag auf das Stromnetz in der Bundeshauptstadt Berlin haben gezeigt, wie wichtig eine gut funktionierende Warnung der Bevölkerung in solchen Situationen ist.
In den vergangenen Jahren hat sich in Deutschland beim Thema „Warnung der Bevölkerung“ viel getan. Nicht nur die damals sogenannten „Heulpilze“, die nach dem Ende des Kalten Krieges in vielen Städten und Gemeinden als nicht mehr notwendig eingestuft und abgebaut wurden, haben ihren Weg zurück auf die Dächer unserer Städte gefunden. Auch die offiziellen Warn-Apps, der Zugriff auf öffentliche Anzeigetafeln, die Lokalradios und TV-Anbieter sowie die Einführung des Cell-Broadcast-Systems haben die digitale Warnung der Bevölkerung in Deutschland revolutioniert.
Doch das beste Warnsystem nützt leider nur wenig, wenn es von seinen Empfängern nicht verstanden wird. Aus diesem Grund findet am Donnerstag, den 10. September 2026, um 11:00 Uhr der alljährliche bundesweite Warntag statt. Der gemeinsame Aktionstag von Bund und Ländern verfolgt unter anderem das Ziel, die Bevölkerung für das Thema Warnung zu sensibilisieren. Gleichzeitig soll aber auch die technische Infrastruktur der Warnsysteme in ganz Deutschland getestet werden.
Modulares Warnsystem des BBK
Das Modulare Warnsystem des BBK ist ein leistungsfähiges Warn- und Kommunikationssystem des Bundes. Es handelt sich hierbei um ein satellitengestütztes System, welches Warnmeldungen aus dem gesamten Bundesgebiet aufnimmt und entsprechend an die hiervon betroffenen Städte und Regionen weiterleitet. Die Warnmeldungen enthalten in der Regel Handlungsanweisungen und Tipps, wie sich die Bevölkerung in der jeweiligen Situation verhalten soll. Das System ermöglicht somit eine schnelle und gezielte Informationsweitergabe, über die die zuständigen Behörden zuverlässige Warnmeldungen herausgeben können.
Das MoWaS setzt sich aus drei Bereichen zusammen. Zum einen gibt es den Bereich „Auslösung“. Die verschiedenen Lagezentren von Bund und Ländern sowie die an das System angeschlossenen Leitstellen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind an das Sende- und Empfangssystem angebunden. Hierüber sind sie in der Lage, Warnmeldungen zu empfangen beziehungsweise zu sammeln. Gleichzeitig können sie auch eigene Warnungen herausgeben und somit unter anderem die Warn-App NINA auslösen.
Der zweite Bereich umfasst die „Übertragungswege“. Hierzu zählen alle Komponenten von der Auslösung einer Warnmeldung bis zu den sogenannten Warnmultiplikatoren (Vermittlern). Zu den Multiplikatoren zählen unter anderem Behörden (z. B. der Kreis Steinfurt), Organisationen (z. B. die Feuerwehr) und Unternehmen wie Rundfunksender (z. B. Radio RST) und Telemedienanbieter (z. B. Apps).
Die Warnmultiplikatoren geben die empfangenen Warnmeldungen über die im dritten Bereich aufgezählten „Endgeräte“ beziehungsweise Warnmittel an die Bevölkerung weiter. Hierunter fallen alle Warnmittel, die den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen. Zum einen sind dies Warnmittel mit einem hohen Informationsgehalt, wie zum Beispiel Radio, Fernsehen, Internet und Warn-Apps. Zum anderen gibt es Warnmittel, die lediglich einen Weckeffekt auslösen, wie beispielsweise Sirenen. Sie sollen die Betroffenen dazu veranlassen, vorgeplante Maßnahmen einzuleiten – beispielsweise das Radio einzuschalten und auf eine entsprechende Durchsage zu warten.
Der Kreis Steinfurt setzt im Rahmen seines kreisweiten Warnkonzeptes auf die Warnung der Bevölkerung mittels Sirenenanlagen und Radiodurchsagen. Die Kreisleitstelle Steinfurt ist in der Lage, das laufende Programm des Lokalradiosenders Radio RST jederzeit extern zu unterbrechen, um hierüber Warnmeldungen an die Bevölkerung abzugeben.
Für die Bevölkerung im Kreis Steinfurt und somit auch für die Bürgerinnen und Bürger in Ochtrup bedeutet dies Folgendes: Sollte der unten aufgeführte Warnton über die Sirenenanlagen ertönen, sollte das Radio auf die Frequenz 105,2 MHz eingestellt und auf weitere Durchsagen gewartet werden. Im Falle einer Entwarnung wird auch diese Information akustisch über die Sirenen vermittelt.
Parallel zur Warnung über Sirenen und Radio kann die Kreisleitstelle Steinfurt auch Warnungen über das Modulare Warnsystem (MoWaS) an die Warn-App NINA herausgeben.
Der Kreis Steinfurt empfiehlt daher, jederzeit ein batteriebetriebenes Radio im Haushalt bereitzuhalten sowie die Warn-App NINA auf den mobilen Endgeräten zu installieren.
Sirenenton „Warnung“
Sirenenton „Entwarnung“