Vermeintliche Tierquälerei eines Hundes in der Bauernschaft Oster...
Stellungnahme der Freiwilligen Feuerwehr Ochtrup zu der vermeintlichen Tierquälerei eines Hundes auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Bauernschaft Oster und den damit verbundenen fälschlichen Vorwürfen gegen ein Mitglied der Feuerwehr Ochtrup in den Sozialen Medien…
„Retten, Löschen, Bergen und Schützen“ – der Wahlspruch der Feuerwehr steht für schnelle und zuverlässige Hilfe zu jeder Tages- und Nachtzeit. Dieser Anspruch gilt dabei keineswegs ausschließlich für Menschen und Sachwerte, sondern selbstverständlich auch für Tiere. Für die Feuerwehr stellen Tiere ein besonders schützenswertes Gut dar, deren Rettung und Versorgung einen festen Bestandteil der vielfältigen Aufgaben unserer Einsatzkräfte bilden.
Dies zeigen auch die zahlreichen Tierrettungseinsätze der vergangenen Jahre, bei denen die Feuerwehr Ochtrup mit großem Engagement tätig wurde. Unsere Einsatzkräfte haben dabei immer wieder vollen Einsatz gezeigt, um das Leben und das Wohlbefinden der betroffenen Tiere zu retten beziehungsweise zu erhalten.
Gerade aus dieser langjährigen Erfahrung und dem unermüdlichen Einsatz für den Schutz von Tieren in unserer Töpferstadt vertritt die Feuerwehr Ochtrup eine ganz klare Haltung: Das Wohl von Tieren liegt uns sehr am Herzen. Jegliche Form von nachgewiesener Tierquälerei verurteilen wir ausdrücklich und auf das Schärfste.
Am Dienstag dieser Woche (03. November) veröffentlichte eine regionale Zeitungsgruppe in ihrem Ochtruper Lokalteil einen Bericht über einen mutmaßlichen Fall von Tierquälerei an einem Hund in der Bauernschaft Oster. Darin erhoben Mitglieder eines Tierschutzvereins aus dem Kreis Steinfurt gegenüber einem zu diesem Zeitpunkt öffentlich nicht namentlich benannten Tierhalter den Vorwurf, einen Hund auf seinem landwirtschaftlichen Anwesen in einem gesundheitlich stark beeinträchtigten Zustand und unter tierschutzwidrigen Haltungsbedingungen zu halten. Dabei wurden unter anderem hygienische und ernährungsbezogene Aspekte thematisiert (siehe Artikel-Link).
Aus dem Bericht ging zudem hervor, dass das zuständige Kreisveterinäramt des Kreises Steinfurt bereits über den Sachverhalt informiert war und entsprechende Maßnahmen eingeleitet hatte. Gleichzeitig wurde Kritik daran geäußert, dass die zuständige Behörde ihrem Auftrag bislang nicht in ausreichendem Maße nachkomme. Zu berücksichtigen ist hierbei allerdings, dass der Artikel veröffentlicht wurde, bevor das Kreisveterinäramt selbst eine offizielle Stellungnahme zum Sachverhalt, den eingeleiteten Maßnahmen und den bisherigen Untersuchungsergebnissen abgeben konnte.
Bereits vor Veröffentlichung des genannten Zeitungsartikels waren in den sozialen Medien unterschiedliche Darstellungen und Behauptungen zu dem Sachverhalt verbreitet worden. Diese führten zu entsprechenden Reaktionen, darunter auch hasserfüllte Kommentare und persönliche Diffamierungen. Seit dem gestrigen Tag wurde im Rahmen dieser Diskussionen schließlich auch die Behauptung aufgestellt, dass es sich bei dem Halter des Hundes um ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Ochtrup handeln solle. Bei diesem Mitglied sollte es sich den kursierenden Behauptungen zufolge um ein sogenanntes „Ehrenmitglied“ handeln.
Im weiteren Verlauf dieser Diskussionen musste die Feuerwehr Ochtrup feststellen, dass dabei auch ein Vor- und Nachname veröffentlicht wurde, der dem angeblichen Halter des Hundes zugeordnet wurde. Der in mehreren Beiträgen und Kommentaren genannte Name stimmte mit dem Namen eines Angehörigen der Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Ochtrup überein.
Die Feuerwehr Ochtrup hat noch am gestrigen Tage die in den sozialen Medien gegen sie und einen ihrer Kameraden erhobenen Vorwürfe zum Anlass genommen, den Sachverhalt umfassend aufzuklären. Nach Rücksprache mit den zuständigen Stellen konnten sowohl Gespräche mit dem von den Vorwürfen betroffenen Kameraden als auch mit dem tatsächlichen Halter des Hundes geführt werden.
Parallel dazu nahm das Kreisveterinäramt des Kreises Steinfurt am selben Tag offiziell Stellung zu dem Sachverhalt, den eingeleiteten Maßnahmen sowie den Ergebnissen der behördlichen Begutachtungen vor Ort und den veranlassten tierärztlichen Untersuchungen des Hundes. Diese Stellungnahme wurde unter anderem der regionalen Zeitungsgruppe zur Verfügung gestellt, die daraufhin in ihrer heutigen Ausgabe des Ochtruper Lokalteils eine entsprechende ergänzende Berichterstattung veröffentlichte (siehe Artikel-Link).
Aus der behördlichen Stellungnahme geht hervor, dass zu keinem Zeitpunkt eine akute Gefahr für Leib und Leben des Tieres bestand. Den tierärztlichen Untersuchungsergebnissen zufolge befand sich der Hund in einem seinem Alter entsprechenden und unter Berücksichtigung seiner bekannten Grunderkrankungen stabilen gesundheitlichen Zustand. Die im Rahmen einer behördlichen Begehung festgestellten hygienischen und baulichen Mängel wurden dem Halter mitgeteilt und nachfolgend beseitigt.
Auch im Rahmen des durch die Feuerwehr geführten Gesprächs mit dem tatsächlichen Halter bestätigten sich die wesentlichen Sachverhalte und der chronologische Ablauf, wie sie in der Stellungnahme des Kreisveterinäramtes dargestellt wurden. Dabei konnte insbesondere der gegen unseren Kameraden erhobene Vorwurf, selbst Halter des betroffenen Hundes zu sein, eindeutig widerlegt werden. Tatsächlich besteht lediglich ein familiäres Verhältnis zwischen dem Hundehalter und einem Angehörigen der Feuerwehr Ochtrup.
Für die Feuerwehr Ochtrup steht nach der Aufklärung des Sachverhaltes fest: Die in den sozialen Medien erhobenen Vorwürfe gegen unseren Kameraden entbehren jeder Grundlage. Auch die ursprüngliche Darstellung einer akuten Gefährdung des Tieres sowie eines angeblichen Untätigbleibens der zuständigen Behörden findet in den uns vorliegenden behördlichen Erkenntnissen keine Bestätigung. Vielmehr zeigen die Untersuchungsergebnisse und die eingeleiteten Maßnahmen, dass die zuständige Behörde den Hinweisen nachgegangen ist und sich des Sachverhaltes angenommen hat.
Die im Internet verbreiteten Falschinformationen und die teilweise einseitige Darstellung des Sachverhaltes haben dennoch zu einer erheblichen Fehlwahrnehmung innerhalb der Bevölkerung geführt. Besonders betroffen macht uns dabei die Tatsache, dass die Feuerwehr Ochtrup und einer ihrer Angehörigen auf Grundlage ungeprüfter Behauptungen in die öffentliche Diskussion hineingezogen wurden. Nach unserer Bewertung wurde die Zugehörigkeit des vermeintlichen Hundehalters zur Feuerwehr von einzelnen Personen gezielt aufgegriffen und zur weiteren Polarisierung der Diskussion instrumentalisiert. Dies geschah nicht zuletzt auf Kosten eines unbeteiligten Menschen, der unter Nennung seines vollständigen Namens öffentlich angegriffen, diffamiert und beleidigt wurde.
Ein solches Vorgehen verurteilen wir ausdrücklich. Zugleich sind wir über das Ausmaß und die möglichen persönlichen Folgen erschrocken, die eine derartige Verbreitung von Falschinformationen und die damit verbundenen öffentlichen Anfeindungen für die Betroffenen haben können.
Unabhängig von den vorliegenden Erkenntnissen begrüßt die Feuerwehr Ochtrup ausdrücklich das Engagement von Menschen, die sich für den Schutz und das Wohl von Tieren einsetzen. Hinweise auf mögliche Missstände oder den Verdacht einer Tiermisshandlung sollten ernst genommen und den dafür zuständigen Stellen gemeldet werden. Für die Überprüfung solcher Sachverhalte und die Einleitung erforderlicher Maßnahmen stehen entsprechende staatliche und behördliche Einrichtungen zur Verfügung. Der vorliegende Fall zeigt, dass entsprechende Hinweise beim zuständigen Kreisveterinäramt aufgenommen, geprüft und mit behördlichen Maßnahmen begleitet wurden. Dieses Vorgehen ist der richtige und rechtsstaatlich vorgesehene Weg.
Der vorliegende Sachverhalt führt uns jedoch auch eindrücklich vor Augen, welche Auswirkungen voreiliger Hass, ungeprüfte Behauptungen und persönliche Hetze im Internet auf unbeteiligte Menschen und Institutionen haben können. Die vermeintliche Anonymität im Netz, das schnelle Verbreiten von Behauptungen ohne vorherige Überprüfung ihres Wahrheitsgehaltes und das hemmungslose Veröffentlichen von Beleidigungen und persönlichen Anschuldigungen können innerhalb kürzester Zeit weitreichende Folgen haben. Eine solche Entwicklung bereitet uns als Feuerwehr große Sorge.
Unser Appell an die Bevölkerung:
Mit Ihren Worten und Aussagen tragen Sie Verantwortung – sowohl im persönlichen Miteinander als auch in den sozialen Medien. Machen Sie sich bewusst, dass hinter jedem Namen ein Mensch steht und Ihre Äußerungen reale Auswirkungen auf dessen Leben haben können. Hinterfragen Sie Informationen, bevor Sie diese weiterverbreiten, und begegnen Sie Ihren Mitmenschen mit dem notwendigen Respekt. Nutzen Sie die Möglichkeiten unserer digitalen Gesellschaft verantwortungsvoll und bedenken Sie, dass auch im Internet die Regeln eines respektvollen und verantwortungsbewussten Miteinanders gelten.